Typ 3.2: Kleine Flüsse der Jungmoräne des Alpenvorlandes
Relevante Bewertungsmodule:
„Saprobie“, „Allgemeine Degradation“
Modul „Saprobie“:
Tabelle 1: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex
Grundzustand |
Metric-Werte der Klassengrenzen |
||||||
Metric-Typ |
Metric-Name |
KG 1/2 |
KG 2/3 |
KG 3/4 |
KG 4/5 |
||
T |
Saprobienindex |
1,45 |
1,60 |
2,10 |
2,75 |
3,35 |
|
Textliche Erläuterung:
Der Gewässertyp zeichnet sich durch einen für Flüsse vergleichsweise niedrigen saprobiellen Grundzustand aus, der aus dem für diesen Typ charakteristischen turbulenten Strömungsbild und dem dadurch bedingten Eintrag an atmosphärischem Sauerstoff resultiert. Die Autosaprobität wird im Wesentlichen durch exogene Faktoren (Laubwurf) und weniger durch endogene Faktoren (Makrophyten und Algen) gesteuert.
Modul „Allgemeine Degradation“:
Tabelle 2: Ankerpunkte und Metric-Werte der Core Metrics
Ankerpunkte |
Metric-Werte der Klassengrenzen |
||||||
Metric-Typ |
Core Metric-Name |
oben |
unten |
KG 1/2 |
KG 2/3 |
KG 3/4 |
KG 4/5 |
Z/A |
EPT [%] (HK) |
70,00 |
15,00 |
59,00 |
48,00 |
37,00 |
26,00 |
T |
Fauna-Index Typ 3.2 |
0,70 |
-1,50 |
0,26 |
-0,18 |
-0,62 |
-1,06 |
V/D |
Anzahl EPTCBO |
35,00 |
10,00 |
30,00 |
25,00 |
20,00 |
15,00 |
F |
Rheoindex (HK) |
0,80 |
0,40 |
0,72 |
0,64 |
0,56 |
0,48 |
Erläuterung der Metric-Auswahl:
Die Kleinen Flüsse der Jungmoräne des Alpenvorlandes zeichnen sich im naturnahen Zustand durch grobe Sohlsubstrate (Blöcke, Geröll, Kiese) und ein dynamisches, vorherrschend turbulentes Fließverhalten aus (Rheoindex (HK)). Es herrschen hinsichtlich Strömung, Sauerstoff und niedrigen Wassertemperaturen anspruchsvolle Arten vor. Aufgrund der großen Habitatvielfalt, insbesondere der verschiedenen Hartsubstrate, die kleinräumig mit kiesig-sandigen Bereichen durchsetzt sind, ist die Makrozoobenthoszönose dieses Flusstyps sehr artenreich (Anzahl EPTCBO). Ephemeroptera, Plecoptera und Trichoptera stellen in naturnahen Gewässern dieses Typs bis zu 70 % der vorkommenden Individuen (EPT [%] (HK)). Die besonderen Bedingungen hinsichtlich Abflussregime und Substrat bedingen das Vorkommen speziell angepasster, anspruchsvoller Arten (Fauna-Index Typ 3.2).
EPT [%] (HK): Ein hoher Anteil EPT-Taxa an den Gesamtindividuen indiziert u. a. eine hohe Strukturvielfalt und eine natürliche Habitatzusammensetzung. Niedrige Werte des Metrics (<= 48 %) deuten auf ein Artendefizit sowie verschobene Arten- und Abundanzverhältnisse innerhalb dieser charakteristischen Gruppe hin.
Fauna-Index Typ 3.2: Der Index bewertet die Auswirkungen struktureller Degradation auf Habitatebene (z. B. Vorkommen oder Fehlen bestimmter Mikrohabitate) und auf Einzugsgebietebene (z. B. verstärkte Sedimentation aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen). Höhere Werte des Metrics (> -0,18) indizieren ein strukturell intaktes Gewässer, bedingt durch das Vorkommen solcher Taxa, die bevorzugt Gewässer mit naturnaher Morphologie besiedeln (z. B. strömungsliebende Hartsubstratbesiedler wie der Käfer Ochthebius exsculpus oder die Eintagsfliege Baetis lutheri). Strukturelle Verarmung zeigt sich durch das Vorkommen von Taxa, die in Gewässern mit degradierter Morphologie verbreitet sind, wie beispielsweise Caenis sp. oder Mystacides sp.
Anzahl EPTCBO: Die Gruppe der EPTCBO-Taxa (Ephemeroptera, Plecoptera, Trichoptera, Coleoptera, Bivalvia, Odonata) stellt in naturnahen Kleinen Flüssen der Jungmoräne des Alpenvorlandes einen großen Teil der vorkommenden Taxa (> 25 Taxa), darunter zahlreiche spezialisierte Arten, die kennzeichnend für die sauerstoffreichen, schnellfließenden Abschnitte oder die kiesig-sandigen Ablagerungen sind. Niedrige Werte des Metrics (z. B. durch Massenentwicklung weniger Arten) lassen u. a. auf Strukturarmut, unzureichende Sauerstoffversorgung oder eine durch Gewässerausbau vereinheitlichte Strömung schließen.
Rheoindex (HK): Der Index gibt das Verhältnis der rheophilen und rheobionten Taxa eines Fließgewässers (z. B. Esolus parallelepipedus oder Hydraena pulchella) zu den Stillwasserarten und Ubiquisten an und zeigt Störungen auf, die sich durch die Veränderung des Strömungsmusters (z. B. durch Ausbau und/oder Aufstau) in der Biozönose der Voralpenbäche einstellen.
Modul „Versauerung“:
Für diesen Gewässertyp nicht relevant.
Textliche Erläuterung:
entfällt


