Typ 1.2: Kleine Flüsse der Kalkalpen
Relevante Bewertungsmodule:
„Saprobie“, „Allgemeine Degradation“
Modul „Saprobie“:
Tabelle 1: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex
Grundzustand |
Metric-Werte der Klassengrenzen |
||||||
Metric-Typ |
Metric-Name |
KG 1/2 |
KG 2/3 |
KG 3/4 |
KG 4/5 |
||
T |
Saprobienindex |
1,20 |
1,35 |
1,90 |
2,60 |
3,30 |
|
Textliche Erläuterung:
Der Gewässertyp zeichnet sich durch einen vergleichsweise niedrigen saprobiellen Grundzustand aus. Grund hierfür sind die relativ niedrige Autosaprobität sowie strukturelle Bedingungen, die einen ausreichenden Eintrag atmosphärischen Sauerstoffs gewährleisten (hohe Strömung, Rauhigkeit der Sohle, geringe Wassertemperaturen). Die Bedingungen entsprechen denjenigen des Subtyps 1.1, wobei aufgrund der längszonalen Unterschiede die Verfügbarkeit an Sauerstoff geringfügig niedriger, der Eintrag organischen Materials dagegen geringfügig höher ausfällt.
Modul „Allgemeine Degradation“:
Tabelle 2: Ankerpunkte und Metric-Werte der Core Metrics
Ankerpunkte |
Metric-Werte der Klassengrenzen |
||||||
Metric-Typ |
Core Metric-Name |
oben |
unten |
KG 1/2 |
KG 2/3 |
KG 3/4 |
KG 4/5 |
Z/A |
EPT [%] (HK) |
75,00 |
20,00 |
64,00 |
53,00 |
42,00 |
31,00 |
T |
Fauna-Index Typ 1.2 |
1,00 |
-1,70 |
0,46 |
-0,08 |
-0,62 |
-1,16 |
F |
Rheoindex (HK) |
0,90 |
0,50 |
0,82 |
0,74 |
0,66 |
0,58 |
Erläuterung der Metric-Auswahl:
Die Kleinen Flüsse der Kalkalpen zeichnen sich im naturnahen Zustand durch grobe Sohlsubstrate (Blöcke, Geröll, Steine) sowie ein turbulentes Fließverhalten (Rheoindex (HK)) aus. Es herrschen hinsichtlich Strömung, Sauerstoff und niedrigen Wassertemperaturen sehr anspruchsvolle Arten vor, die längszönotisch dem Epirhithral zuzuordnen sind. Aufgrund der großen Habitatvielfalt, insbesondere der verschiedenen Hartsubstrate, ist die Makrozoobenthoszönose dieses Bachtyps sehr artenreich. Ephemeroptera, Plecoptera und Trichoptera können in naturnahen Gewässern dieses Typs bis zu 75 % der vorkommenden Individuen stellen (EPT [%] (HK)). Die besonderen Bedingungen hinsichtlich Abflussregime und Substrat bedingen das Vorkommen speziell angepasster, anspruchsvoller Arten (Fauna-Index Typ 1.2).
EPT [%] (HK): Ein hoher Anteil EPT-Taxa an den Gesamtindividuen indiziert u. a. eine hohe Strukturvielfalt und eine natürliche Habitatzusammensetzung. Niedrige Werte des Metrics (<= 53 %) deuten auf ein Artendefizit sowie verschobene Arten- und Abundanzverhältnisse innerhalb dieser charakteristischen Gruppe hin. Die Höhe des Metric-Wertes wird insbesondere von der Nutzungsintensität im Einzugsgebiet beeinflusst.
Fauna-Index Typ 1.2: Der Index bewertet die Auswirkungen struktureller Degradation auf Habitatebene (z. B. Vorkommen oder Fehlen bestimmter Mikrohabitate) und auf Einzugsgebietebene (z. B. verstärkte Sedimentation aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen). Höhere Werte des Metrics (> -0,08) indizieren ein strukturell intaktes Gewässer, bedingt durch das Vorkommen solcher Taxa, die bevorzugt Gewässer mit naturnaher Morphologie besiedeln (z. B. strömungsliebende Käfer wie Esolus angustatus oder Ochthebius sp.). Strukturelle Verarmung zeigt sich durch das Vorkommen von Taxa, die in Gewässern mit degradierter Morphologie verbreitet sind, wie beispielsweise Erpobdella octoculata oder Caenis sp. Die Höhe des Metric-Wertes wird insbesondere von der Nutzungsintensität im Einzugsgebiet beeinflusst.
Rheoindex (HK): Der Index gibt das Verhältnis der rheophilen und rheobionten Taxa eines Fließgewässers (z. B. Liponeura sp., Esolus angustatus, E. parallelepipedus) zu den Stillwasserarten und Ubiquisten an und zeigt Störungen auf, die sich durch die Veränderung des Strömungsmusters (z. B. durch Ausbau und/oder Aufstau) in der Biozönose der Alpenbäche einstellen. Bestimmt wird die Höhe des Metric-Wertes von der Nutzungsintensität im Einzugsgebiet.
Modul „Versauerung“:
Für diesen Gewässertyp nicht relevant.
Textliche Erläuterung:
entfällt


